Umweltbildung und Naturschutz für Groß und Klein

Autor: Corinna Beyer-Thomas (Seite 1 von 2)

Nachhaltigkeitstipp Umweltschutz – Mülltrennung: Papier

Papiermüll (H005 – Eigenes Werk, via Wikimedia Commons)

Winterzeit, Erkältungszeit. Doch in welchen Abfall gehören benutzte Papiertaschentücher? Denn Papier gehört ins Altpapier oder in die blaue Tonne. Ganz einfach – oder doch nicht?

Altpapier ist eine wertvolle Ressource, und die Wiederverwertung von gebrauchtem Papier reduziert den Verbrauch von Holz, Wasser und Energie. Das funktioniert jedoch nur mit reinem Papier, welches nicht durch andere Stoffe verunreinigt ist. Alles andere gehört entweder in den gelben Sack oder in den Restmüll.

  • Altpapier/blaue Tonne: Zeitungen, Zeitschriften, Schreibpapier, Geschenkpapier, Verpackungen aus Pappe (z.B. Eierkartons oder Mehltüten), blaue Kassenzettel, Papierprodukte mit dem Blauen Engel
  • Gelber Sack: Einwickelpapier aus der Metzgerei oder vom Käsestand, unverschmutzte imprägnierte und beschichtete Papiere (z.B. Backpapier, Einmal-Kaffeebecher oder Fotos), Papierverbunde mit Kunststoff oder Alu (z.B. Tetrapacks)
  • Restmüll: Kassenbons und Fahrkarten aus weißem, glatten Thermopapier, Papiere mit Klebstoffanwendungen, die sich nicht leicht abtrennen lassen (Haftnotizen, Adressetiketten, Selbstklebeverschluss bei Kuverts), Kohlepapier, Tapetenreste und verschmutzte Papiere wie benutztes Küchenpapier oder mit Essensresten verschmiertes Papier, Feuchttücher

Bei Kombinationen von Papier, Metall und Plastik die Bestandteile möglichst getrennt entsorgen (z.B. Briefumschläge mit Sichtfenster), weil dadurch die Wahrscheinlichkeit einer hochwertigen Wiederverwertung steigt und der Aufwand in der Entsorgung reduziert wird.

Wichtig in der Erkältungs-Saison: benutzte Taschentücher gehören in den Restmüll.

Der Blaue Engel zeichnet Papierprodukte aus Recyclingpapier aus, welche außerdem selbst wiederum leicht zu recyceln sind (z.B. mit entsprechenden Klebstoffen).

Weiterführende Informationen:

Detaillierte Hintergrundinformationen:

Nachhaltigkeitstipp: Plastikarm leben – Leitungswasser trinken

Plastik ist aus unserem Leben kaum wegzudenken, und ganz auf Plastik zu verzichten mit enorm hohem Aufwand verbunden. Wichtig ist daher ein bewusster und nachhaltiger Umgang damit, um unsere Müllberge zu reduzieren.

Eine recht einfach umzusetzende Möglichkeit ist es, statt in Flaschen gekauften Getränken einfach Leitungswasser zu trinken. Wer es nicht pur möchte, kann es mit einem kleinen Schuss Obstsaft (aus der Glasflasche) oder anderen (möglichst umweltfreundlich) Zusätzen schmackhafter machen – oder regelmäßig Tee kochen.

Aus gesundheitlichen Aspekten betrachtet ist Leitungswasser in Deutschland ein hochkontrolliertes Lebensmittel und kann unbedenklich verzehrt werden. (So gilt unser Haibacher Wasser mit weniger als 20 mg Natrium (Na) pro Liter (mg/l) als natriumarm und kann bedenkenlos für die Zubereitung von z.B. Babynahrung verwendet werden. Weitere Informationen zu unserem örtlichen Wasser finden sich auf der Webseite der Gemeinde Haibach unter Leben & Wohnen | Ver- & Entsorgung | Wasser / Abwasser).

Viel Trinken ist gesund, frisch “gezapftes” Leitungswasser ist empfehlenswert, besser als sein Ruf und schont die Umwelt.

Weitere Informationen (externe Links:)

Nachhaltigkeitstipp Umweltschutz – Müll richtig trennen: Kerzenreste

Weihnachtskerzen – Foto von Michael Henderson, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commons

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt – besonders in der Adventszeit fallen viele Kerzenreste an. Die handelsüblichen Kerzen aus Paraffin, Stearin und auch Bienenwachs werden über den Restmüll entsorgt. Die Hülle von Teelichtern besteht aus dem Wertstoff Aluminium, daher sollten diese am Wertstoffhof abgegeben werden.

Nachhaltig wird es, wenn man die Kerzenreste weiter- bzw. wiederverwendet. Am einfachsten sind Kerzensammelstellen, welche die Kerzenreste wiederverwenden, und das Leuchtbehälter, welche mit Kerzenresten betrieben werden. Aber man kann Kerzenreste natürlich auch selbst weiterverwenden, z.B. indem man damit Grillanzünder, Sturmlichter, Anti-Mücken- oder Kräuterkerzen macht oder aber seine Schuhe damit imprägniert. Wer Kerzenreste bis Ostern aufheben kann, kann damit die Ostereier verzieren oder Eierkerzen gießen.

Kerzen mit Kindern gießen

Wer noch ein Weihnachtsgeschenk zum Selbstbasteln sucht, und bereits Kerzenreste zu Hause hat, findet hier eine einfache Anleitung. Sie benötigen neben den Kerzenresten Baumwollschnur als Docht, etwas Öl und eine Hülle aus Papier (entweder im gewünschten Umfang aus einem Blatt gerollt und außen mit Klebesteifen befestigt oder z.B. eine – auch halbierte – Klopapierrolle) sowie einen Zahnstocher oder Schaschlik-Spieß. Als Arbeitsunterlagen etwas nutzen, von dem sich Wachs leicht löst. Die Papierhülle innen mit etwas Öl bestreichen. Die Baumwollschnur um den Spieß knoten und den Spieß oben so auf die Hülle legen, dass die Schnur mittig nach unten hängt. Dann die Wachsreste (entweder einzeln oder vermischt) im Wasserbad schmelzen und langsam in die Hülle eingießen. Über Nacht auskühlen lassen und die Hülle (ggf. durch Aufschneiden) entfernen.

Auch hier gilt: Kinder nicht ohne Aufsicht mit heißen Materialien arbeiten lassen.

Viel Spaß mit den selbstgemachten Gemütlichmachern!

Weitere Informationen unter:

Nachhaltigkeitstipp: Nachhaltig Heizen

Die Energiekosten schnellen aus verschiedenen Gründen in die Höhe. Ein geringer Energieverbrauch schont jedoch nicht nur den Geldbeutel, sondern ist auch gut für die Umwelt. Tipps für andere Brennstoffe und neue Heizungen gibt es viele. Aber was kann man ohne große Umbauten tun?

Unser Lagerfeuer am Abend – auch dieses wärmt schön.

Ganz generell kann man einfach die Raumtemperatur um ein bis zwei Grad senken, und dafür einen etwas wärmeren Pulli und Socken anziehen – oder sich kurzzeitig eine Wärmflasche oder Kirschkernkissen warm machen. Auch muss nicht jeder Raum gleich warm sein. So werden für Wohn- und Kinderzimmern eine Temperatur von 20 Grad, für Schlafräume von 16 bis 18 Grad und für Flure von 15 Grad empfohlen. Tiefer sollte die Zimmertemperatur allerdings nicht fallen, sonst können sich Schimmelpilze bilden.
Tagsüber sollten Heizungen nicht durch Möbelstücke oder Vorhänge verdeckt werden, nachts schützen geschlossene Gardinen oder Rollläden vor Wärmeverlusten – genau wie regelmäßiges Entlüften. Innentüren sollten geschlossen bleiben, Zugluftstopper helfen an Fenstern und Türen.

Regelmäßiges Lüften sollte sein – gerade auch in Zeiten von Corona. Energieeffizient wird es durch Stoßlüften alle zwei bis drei Stunden mit weit geöffneten Fenstern sowie geschlossenem Thermostatventil. Wenige Minuten sind ausreichend, um die gesamte Raumluft auszutauschen und sorgen für ein gutes (Raum-)Klima.

Weiterführende Informationen:

Nachhaltiger Garten – Winterhilfe für den Igel

Braunbust-Igel (Erinaceus europaeus), auch Westeuropäischer Igel oder Westigel genannt;
Foto von Calle Eklund/V-wolf, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

In unserem Waldkindergarten heißt die Altersgruppe von 4 bis 5 Jahren „die Igel“. Nicht umsonst können sich die Kinder hiermit gut identifizieren, denn Braunbrust-Igel sind auch heute noch ein gewohnter Anblick in unserer Gegend.

Damit das so bleibt, können wir alle etwas beitragen. So helfen schon kleine Laub- oder Reisighaufen, die im Garten am Rand oder in einer Ecke liegenbleiben und dem Igel ein gutes Winterquartier bieten.

Igel zu unterstützen macht Sinn, da das Wildtier ein echter Nützling ist, der uns dabei hilft, unsere Gärten schädlingsarm zu halten. Der Igel frisst Schnecken, diverse Würmer und Maden und andere Insekten.

Spätestens mit dem ersten Schnee dürfen Igel jedoch nicht mehr gefüttert werden. Denn Nahrungsmangel ist ein wichtiger Auslöser für den Winterschlaf: Füttert man die Igel weiter, hält man sie künstlich wach.

Wer einen Igel findet, holt sich am besten fachkundige Hilfe, wie z.B. beim Tierarzt oder beim Verein Pro Igel (die nächste Igelpflegestelle ist z.B. in Mönchberg). Vorsicht vor allem bei Tagfunden!

Mit Kindern macht vor allem die Igel-App des LBV Spaß: https://www.igel-in-bayern.de/igel-app-android-ios/

Infos zum Wildtier Igel unter

Infos, um Igeln zu helfen

Nachhaltig schenken

Selbstgebastelte Weihnachtsbäumchen

Der 1. Advent ist ins Land gezogen und die Weihnachtseinkäufe sind bereits im vollen Gange. Auch hierbei kann man gut auf Nachhaltigkeit achten, vor allem in Bezug auf die Qualität der Artikel, ihrer Verpackung und auch der Art des Einkaufs bzw. Versands.
Selbstgemachtes ist immer schön und persönlich, v.a. durch Re- und Up-Cycling, doch dafür hat man in der Vorweihnachtszeit leider oft wenig Zeit. Nachhaltig schenken kann man auch, wenn man auf Fairtrade– oder Bio-Zertifizierungen achtet, auf schadstoffhaltige Stoffe verzichtet oder regional einkauft, um lange Transportwege zu vermeiden (auch, um doppelte Transportwege durch Rücksendungen zu vermeiden). Stoffe oder Weihnachtspapier (ideal mit FSC- oder Blauem Engel-Siegel) sind als Verpackung in der Entsorgung wesentlich umweltfreundlicher als Folie.

Wir wünschen allen eine frohe, möglichst ruhige und vor allem gesunde Vorweihnachtszeit.

Konkrete Tipps finden sich bei:

Umweltbundesamt: Grüne Weihnachten, Umweltfreundliche Pakete packen

BUND: Versand von Geschenken, Schadstofffreie Feiertage,

LBV: Weihnachten ohne Müll, Nachhaltige Weihnachtszeit

WWF: Grüne Weihnachtszeit, Weihnachten im grünen Glanz, Naturfreundlich schenken (WWF Junior), Bitte keinen Elektroschrott

und auch den Verbraucherzentralen in Bayern, Hessen und anderen: z.B. Festtage: Schenken, Schmücken und Essen bzw. Umweltfreundlich im Internet einkaufen

Nachhaltigkeitstipp – Gesund essen: Mehr Gemüse

Schüssel mit gewürztem Gemüse von Marco Verch unter der Creative Commons Lizenz

Für eine gesunde Ernährung wird bei fast allen Empfehlungen auf einen hohen Anteil von Gemüse verwiesen: Gemüse hat einen hohen Vitamin- und Mineralstoff- bei geringem Zucker- und Fett-Gehalt.

Mehr Gemüse zu essen tut auch Umwelt und Klima gut, denn mehr als ein Drittel aller Umweltbelastungen ist auf den Bereich Ernährung zurückzuführen, wobei davon wiederum Fleisch, Milchprodukte und Eier mehr als 40% ausmachen. Der Anbau von Getreide, Obst und eben Gemüse trägt dagegen nur 15% bei.

Viel Gemüse im Speiseplan ist also gut für den eigenen Körper und für ein nachhaltiges Leben – am besten saisonal und regional bei ortsnahen Produzenten und Anbietern gekauft.

Mehr Details unter:

Globale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

Mit der Agenda 2030 hat sich die Weltgemeinschaft (UN) 17 Ziele für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung gesetzt. Damit steht die Agenda 2030 für ein neues globales Wohlstandsverständnis, das über die Betrachtung von Pro-Kopf-Einkommen hinausreicht. Es geht um eine Umgestaltung von Volkswirtschaften hin zu nachhaltiger Entwicklung, beispielsweise durch verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster und saubere und erschwingliche Energie. Sie macht auch deutlich, dass Klimapolitik, nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung untrennbar miteinander verwoben sind. Zu den Zielen gehören z.B. die Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft (Punkt 2 – Ernährung sichern) und nachhaltiger Wasserwirtschaft (Punkt 6 – Wasser und Sanitärversorgung für alle), nachhaltiger und moderner Energie, Sofortmaßnahmen gegen den Klimawandel, Schutzmaßnahmen für die Ökosysteme Meer und Land. Soziale Themen wie Armutsbekämpfung, Bildung und Frieden gehören ebenso dazu.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Viele dieser Ziele greifen ineinander und beeinflussen sich gegenseitig. Und zu vielen dieser Ziele kann auch jeder einzelne beitragen – unter anderem mit unseren Nachhaltigkeitstipps.

Nachhaltigkeitstipp – Hände Waschen

Am 15. Oktober ist Globaler Hände-Wasch-Tag. Vor allem durch die Corona-Pandemie ist dieses Thema stark in das Bewusstsein der Menschen gerückt. Regelmäßiges Händewaschen trägt dazu bei, Infektionskrankheiten einzuschränken, da ein Großteil aller ansteckenden Krankheiten über die Hände übertragen wird.

Die Hände sollen mit Wasser und Seife gewaschen werden. Eine Desinfektion ist oft nicht notwendig, sondern zerstört auf Dauer die natürlichen Schutzbarrieren der Haut.

Nachhaltige Seife ist frei von Microplastik, nicht-abbaubaren Tensiden, Mineralöl und Palmöl. Pauschal gesprochen sind feste Seifen und Seifenpulver aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und der geringeren Verpackung umweltfreundlicher als Flüssigseifen. Feste Seifen sollten aus hygienischen Gründen nach der Nutzung gut trocknen können sowie trocken aufbewahrt werden und können bei Bedarf über Seifenmühlen dosiert werden. Lava- und Heilerde (vom Lateinischen lavare = waschen) und Seifenkraut sind die natürlichste Möglichkeit zur Handhygiene.

Detaillierte Informationen finden Sie unter (externe Links):

Händewaschen:

Gesundheit und Umweltfreundlichkeit bei Seifen:

« Ältere Beiträge